#066 - Kreislaufwirtschaft als Überlebensstrategie für die Baubranche
Die Wahrheit ist: Wir behandeln Bauwerke immer noch wie Müll, obwohl sie Rohstofflager sind.
Mit über 30 Jahren Hochbau-Erfahrung führt uns Gerhard Feldmeyer von Madaster eine unbequeme Realität vor Augen: Das "Take-Make-Waste"-Prinzip funktioniert bei verdreifachter Weltbevölkerung schlicht nicht mehr.
Hier liegt das Problem:
Wir bauen Brücken, Häuser und Infrastruktur, ohne zu dokumentieren, welche wertvollen Materialien darin stecken. Beim Rückbau landen diese Ressourcen bei Export-Unternehmen statt in europäischen Kreisläufen und wir verlieren dadurch CO₂-Gutschriften.
Deutschland importiert Rohstoffe, während gleichzeitig Materialpreise explodieren und kaum neue Abbaugruben genehmigt werden. Das ist wirtschaftlich fragwürdig.
Die Lösung:
Digitale Ressourcenpässe für Gebäude und Infrastruktur. Mit BIM und Plattformen wie Madaster lassen sich selbst Bestandsbrücken einfach erfassen.
Drei konkrete Erkenntnisse:
• Infrastruktur macht 50 Prozent der gebauten Umwelt aus und auch hier haben Materialpässe enormes Potenzial
• Zirkuläre Prozesse sind kein Luxus, sondern wirtschaftliches Gebot angesichts von Lieferkettenrisiken
• Städte sollten von ihren eigenen Rohstoffwertschöpfung profitieren, nicht nur Abbauunternehmen
Die größte Hürde?
Nicht fehlende Daten, sondern fehlender politischer Wille. Wir brauchen Standards und sanften Druck durch Gesetze.
Deutschland könnte hier Vorreiter sein, doch mangelnde Datenhoheit und veraltete Praktiken hindern uns.
🎧 Hör jetzt rein und erfahre, warum Kreislaufwirtschaft eine Überlebensstrategie der Bauwirtschaft ist!
Bis zur Veröffentlichung am 28.12.2026 kannst du dir hier die aktuelle Folge von Tiefgründig anhören:
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