Jeder Tunnel ist ein Unikat.Der Baugrund unterscheidet sich immer und genau das macht Tunnelbau so...
#060 - Bodenplatte ohne Beton: Wie Schaumglas werterhaltendes Bauen ermöglicht
Authentische Resonanz statt oberflächlicher Reichweite, das ist für Helge Bo Flöge die Zukunft der Kommunikation für die Bauwende.
Helge Bo Flöge bezeichnet sich selbst als Baufluencer.
Der Bauingenieur und Kommunikationsprofi, auch bekannt als Baufluencer Bo, zählt zu den profilierten Stimmen der nachhaltigen Bauwelt. Als Entwickler der zirkulären, betonfreien Urban Mining Bodenplatte zeigt er, dass gute Innovationen nicht nur technisch funktionieren müssen. Sie müssen verstanden werden, Vertrauen schaffen und die richtigen Menschen erreichen.
Im Mittelpunkt steht eine Bodenplatte, die ohne klassischen Stahlbetonaufbau auskommt. Druckfeste Schaumglasplatten aus 100% Recyclingglas übernehmen dabei wesentliche Funktionen der konventionellen Konstruktion. Das Ergebnis ist ein Aufbau, der Ressourcen schont, Bauprozesse vereinfacht und sich am Ende seiner Nutzung nicht in ein kaum trennbares Gemisch verwandelt.
Denn das Material bleibt, was es ist: rückbaubar, wiederverwendbar und kreislauffähig.
Die Vorteile sind ebenso technisch wie wirtschaftlich:
• bis zu 70 Prozent weniger CO₂ gegenüber einer konventionellen Stahlbetonbodenplatte
• je nach Projekt bis zu 20 Prozent geringere Kosten
• kurze und trockene Bauprozesse
• kein Beton und kein XPS in der Bodenplattenkonstruktion
• sortenreiner Rückbau und cradle to cradle circularity Gold zertifiziert
Das Beste:
Die Konstruktion wird objektbezogen geplant und statisch nachgewiesen. Besonders im Holzbau lässt sie sich in vertraute Abläufe integrieren. Das Neue liegt dabei weniger in komplizierten Verfahren als in der klugen Verbindung bereits vorhandener Materialien und Kompetenzen.
Doch technische Plausibilität allein genügt nicht. Viele nachhaltige Lösungen scheitern nicht an ihrer Funktion, sondern daran, dass sie zu wenig bekannt sind, zu spät erklärt oder nicht von den richtigen Entscheidern aufgegriffen werden.
Flöges Überzeugung lautet deshalb:
„Die Bauwelt hat kein Innovationsproblem. Sie hat ein Resonanzproblem.“
Resonanz entsteht dort, wo Menschen aus Architektur, Industrie, Baupraxis, Politik und Finanzierung miteinander ins Gespräch kommen. Dort, wo aus einer technischen Idee ein gemeinsames Verständnis und schließlich ein gebautes Projekt wird.
Dabei geht es nicht allein um Nachhaltigkeit. Es geht um Werterhalt. Ein Gebäude, das langlebig, rückbaubar und anpassbar ist, schont nicht nur Ressourcen. Es bewahrt auch materielle Werte, reduziert langfristige Risiken und eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven.
Vielleicht liegt genau darin der eigentliche Wandel: Bauwerke künftig nicht mehr als endgültig gefügte Masse zu betrachten, sondern als intelligente Systeme, deren Bestandteile sich trennen, erneut nutzen und neu zusammensetzen lassen.
Die Bauwende beginnt deshalb nicht erst mit Regulierung. Sie beginnt mit Menschen, die mutig anders planen, bauen und sichtbar machen, dass es bereits heute funktioniert.
Wie sieht dein Weg zu nachhaltigem Bauen aus? Wartest du noch auf Gesetze oder experimentierst du bereits?
🎧 Hör jetzt rein und erfahre alles darüber, wie wir zukunftig Gebäude puzzeln und welche Anwendungsfälle es auch im Infrastrukturbereich gibt!
Bis zur Veröffentlichung am 19.10.2026 kannst du dir hier die aktuelle Folge von Tiefgründig anhören:
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