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#057 - Das „Wo“ entscheidet: Warum Infrastruktur GIS braucht [Werbung]

80% aller Informationen haben einen geografischen Bezug, aber wie viele Infrastrukturprojekte nutzen dieses Potenzial wirklich?

Darüber habe ich mit Nora Vögele von Esri Deutschland gesprochen.

BIM schafft kooperative Arbeitsräume für alle Stakeholder anhand von Bauwerksmodellen. GIS bildet das räumliche "Wo" und die Wechselwirkungen ab. Zusammen ermöglichen sie Transparenz über komplexe Beziehungen zwischen Infrastruktur, Umwelt und Menschen.

Während BIM-Modelle also verlässliche Informationen für Asset-Owner liefern, lassen sich kombiniert mit GIS-Daten auch Risiken, Potenziale und Wechselwirkungen zwischen Bauwerk und Umgebung analysieren. Bei linearen Projekten wie Straßenbau können Geländemodelle und Schutzgebiete direkt in die Planungssoftware integriert werden. Auftraggeber sollten daher bereits in der Planungsphase Anforderungen für die Dokumentation definieren, um später profitieren zu können.  

Ein Beispiel: Der Ausbau von Wasserstoffleitungen kann ohne Kenntnisse bestehender Infrastruktur zu erheblichen Schäden führen. GIS macht räumliche Informationen in ihrem geografischen Kontext sichtbar und optimiert Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse über den gesamten Lebenszyklus hinweg. 

Ein schwedisches Energietrassenprojekt zeigt:

Über 200 geografische und Umweltfaktoren wurden von Anfang an digitalisiert und allen Projektbeteiligten verfügbar gemacht. Das Ergebnis? Schnellere Planung, weniger Fehler, bessere Entscheidungsgrundlagen.

Die größte Hürde ist nicht technisch, sondern organisatorisch und kulturell. Bauingenieur:innen arbeiten heute oft isoliert von Geodaten. Leitungskataster, Umweltdaten, Klimarisiken bleiben separate Informationsinseln statt integrierter Grundlagen. Außerdem arbeiten Bauingenieur:innen in ihrer Ausbildung kaum mit Geodaten. Sie verstehen daher nicht, wie diese Werkzeuge ihre Arbeit erleichtern könnten. Eine stärkere Integration von Geoinformationen in Lehrpläne wäre förderlich.

Der häufigste Fehler ist und bleibt jedoch:

Datenmengen sammeln ohne diese in verwertbare Erkenntnisse umzuwandeln. 

Was sich ändern muss:

• Geodaten als Standard in Ausbildungslehrplänen verankern
• Daten nicht sammeln, sondern zweckgerichtet nutzen
• Mit konkreten Pain-Points starten, nicht mit Datenflut
• Ganzheitlich denken: Auswirkungen auf Klimaresilienz, Mobilität und Stadtentwicklung

Digitalisierung im Bauwesen fokussierte bisher zu stark auf einzelne Bauwerke. Die wahre Transformation liegt in der vernetzten Sicht auf die Infrastrukturnetze für Wasser, Strom, Verkehr sowie Daten. 


🎧 Hör rein und erfahre mehr über den Wert von GIS für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau!

Diese Folge enthält Werbung durch Produktnennungen und wird unterstützt von meinem heutigen Gast und seinem Unternehmen. Vielen Dank!

Ab dem 07.09.2026 kannst du dir diese Folge von Tiefgründig direkt hier anhören. Bis dahin findest du hier die aktuelle Folge: